Ich fahre weiter im Süden an der Sierra de Cuera entlang ueber kleinere Pässe und Hügel, mache dabei nur wenig Höhenmeter, und nehme lieber den Weg hinunter an die Küste, weil meine Beine heute flau sind nach den gestrigen strengen Bergetappen.
Es ist heiß, sonnig, und der heftige Gegenwind vom Meer her macht mir zu schaffen: er erzeugt die lange Schluchtpassage abwärts (die bekannten Desfiladeros de los Beyos) einen Düseneffekt von mindestens 40km/h, sodass ich abwärts! richtig intensiv antreten muss, damit ich wenigstens 20km/h Fahrt zusammenbringe.
An der Küste sind wieder mehr Strassenradfahrer unterwegs, auf der bisherigen Etappe war ich der einzige. Die wissen warum sie diese Berge meiden ;-), Die Gegend am Meer ist touristisch, allerdings kein internationaler Massentourismus, sondern für die Spanier aus den großen Städten in der Nähe, Bilbao und San Sebastian. Los ist nicht viel, aber schön ist es. Eine Küste, die man eher wenig kennt.
In Comillas 40km vor San Sebastian finde ich ein Zimmer im Hotel Esmeralda. Das Hotel ist genauso wie sein Name! Eine kleine urige Einheimischenschenke. Ausser mir und einem älteren US Amerikaner, sind alle Gäste Spanier vom bodenständigen Typ. Der Wirt ist Edith Piaf-Fan, er spielt ihre Chansons hinauf und hinunter, bei «La vie en Rose» singt er inbrünstig mit und alle im Lokal mit ihm. Ich eingeschlossen. Seine Menuempfehlung: Pimientos rellenos al cheffe (mit Fisch gefüllte rote Paprika) und Kartoffel-Fisch Eintopf, deftig aber echt gut. Ich bin begeistert summe die ganze Zeit «La vie en rose» vor mich hin und kann das Hotel Esmeralda nur empfehlen.
Bernhard schreibt,
Sonntag, 14. Juni 2009 um 15:51 (Antwort)
ich lese deinen Blog mit viel Begeisterung!
Mach weiter so.
Schöne Grüße
Bernhard Z.